SPD Pforzheim: Bewerbung zur Kulturhauptstadt ist falsche Prioritätensetzung

Veröffentlicht am 09.10.2017 in Allgemein

„Wäre erster April gewesen, hätte ich ja noch lachen können. Aber dass die Stadt Pforzheim es tatsächlich auch nur in Erwägung zieht, sich als europäische Kulturhauptstadt zu bewerben, ist mehr als ein schlechter Scherz! Dabei sollte doch nach dem Wahlprogramm des neuen Oberbürgermeister Familienfreundlichkeit oberste Priorität haben, nicht das Sammeln von Auszeichnungen.“, so der SPD-Kreisvorsitzende Frederic Striegler. 

„Ich fordere den Oberbürgermeister und den Gemeinderat dazu auf, diese Pläne sofort zu stoppen! Das Image unserer Stadt braucht etwas mehr als Geigenkonzerte und Ausdruckstanz. So lange Schulen auseinanderfallen und die reale Gefahr besteht, dass Pforzheim bald ganz ohne Schwimmbad dasteht, sollten wir uns darauf konzentrieren. Genau dieser marode Zustand unserer Infrastruktur ist der Grund für Pforzheims zweifelhaftes Image, nicht das Kulturangebot, von dem es mehr als genug gibt.“, so Striegler weiter.

 

Die Stadt Nürnberg, welche ebenfalls eine Bewerbung in Betracht zieht, geht alleine von fünf Millionen Euro Bewerbungskosten aus. Für die Durchführung müssten trotz EU-Förderung noch 50 bis 100 Millionen Euro aufgebracht werden. Das ist völliger Größenwahn, der die Stadt kein Stückchen voranbringen wird. Bei der derzeitigen Haushaltslage ist das ein verantwortungsloser Umgang mit unseren Finanzen. Nachdem die Stadt schon Millionen für das Goldstadtjubiläum verpulvert hat, dessen Nachhaltigkeit mehr als zweifelhaft ist, wäre das ein Schlag ins Gesicht aller Bürgerinnen und Bürger, die seit Jahren darauf warten, dass in die Infrastruktur der Stadt investiert wird.

Das Kulturangebot ist für die Größe, vor allem aber die Finanzlage dieser Stadt überdimensioniert und die finanziellen Aufwände stehen in keinem Verhältnis mehr. Alleine das Stadttheater kostet die Pforzheimer jeden Tag fast 20.000 Euro und trotzdem gehen die Besucherzahlen seit Jahren immer weiter zurück. Der SPD-Kreisverband fordert ein Umdenken von allen Verantwortlichen in dieser Stadt. Im Bereich Kultur muss endlich mit einem Kulturcontrolling dafür gesorgt werden, dass Ziele und Kosten nachvollziehbar werden. Und generell muss Vorfahrt für Bildung, Sport und Familien gelten!

Die Quelle zu den Zahlen aus Nürnberg finden Sie hier.

 

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