Fachkräftegewinnung – Praxisintegrierte Ausbildung zur Erzieherin und zum Erzieher (PiA)

Veröffentlicht am 16.01.2018 in Gemeinderatsfraktion

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Boch,

 

die SPD Fraktion stellt den Antrag, die Verwaltung möge die in den letzten Haushaltsberatungen beschlossen Anrechnung von dualen Auszubildenden (PiA) in der Kinderbetreuung mit jeweils 0,2 Stellenanteilen zurücknehmen und diese Rücknahme konsolidierungstechnisch darstellen.

 

 

Begründung:

 

Die duale Ausbildungsform mit Vergütung gibt es in Baden-Württemberg seit dem Jahr 2012. Ziel der dualen Ausbildung ist, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen und gleichzeitig neue Zielgruppen für die Erzieher*innen-Ausbildung zu gewinnen. In Pforzheim wird dies seither erfolgreich umgesetzt, wobei wie in allen anderen Ausbildungsgängen auch eine grundsätzlich mögliche Anrechnung auf den Stellenschlüssel bislang nicht vorgenommen wurde.

 

Durch die nunmehr vorgesehene Anrechnung der Stellenanteile käme es zu einem direkten Qualitätsverlust, da in der Kita Zeit für Wissensvermittlung und Ausbildungsbegleitung benötigt wird; gerade die Verbindung von theoretischer und praktischer Ausbildung (Lernort Praxis) ist ein wesentlicher Faktor der Ausbildungsqualität.

Weiterhin entstehen haftungsrechtliche Probleme, da PiAs nur eingeschränkt Aufsichtspflicht übernehmen können, teilweise auch noch minderjährig sind und nicht alleine im Früh- und Spätdienst eingesetzt werden können, wodurch die Dienst- und Einsatzplanung erschwert wird.

PiA Kräfte verbringen auch die Hälfte der Arbeitswoche in der Schule und stehen den Einrichtungen nur eingeschränkt zur Verfügung.

Aufgrund der bislang im Raum stehenden Anrechung ist die Ausbildungsbereitschaft in den Kindertagesstätten drastisch zurückgegangen - für das Ausbildungsjahr 2018/19 haben sich aktuelle lediglich drei Einrichtungen zur Ausbildung bereit erklärt.

Mit einer solch geringen Ausbildungsquote ist der notwendige Kindertagesstättenausbau in Pforzheim nicht umsetzbar, da der Fachkräftemangel nicht annähernd behoben werden kann. Um die Fachkräfte der Zukunft auszubilden und an die Stadt zu binden ist daher dringend eine Verbesserung der Situation und Anzahl an Ausbildungsplätzen erforderlich.

Auch die Begleitgruppe des Städtetages zum Pakt für gute Bildung empfiehlt dem Kultusministerium KEINE Anrechnung. Dieser Empfehlung sollte gefolgt werden.

Mit freundlichen Grüßen

 

Ralf Fuhrmann                                                      Jacqueline Roos

Fraktionsvorsitzender                                           stellv. Fraktionsvorsitzende

 

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