"Denn Tradition verpflichtet!"

Veröffentlicht am 01.02.2008 in Aus dem Parteileben

Es wird gesägt, es wird gebohrt, es riecht nach Farbe und es sieht aus, wie in einer Tischlerei am Vormittag: Das altehrwürdige Jusobüro in der Friedenstraße, früher einmal das Wahlkreisbüro von Fritz Erler und seit den 50er Jahren (!) des 20. Jahrhunderts ununterbrochen in der Mieterhand der SPD, ist dieser Tage wieder zur zentralen Werkstatt des Faschingsteams geworden, das den diesjährigen Beitrag der SPD Pforzheim und der Jusos Pforzheim&Enzkreis für den Dillweißensteiner Fasching vorbereitet.

"Am Anfang, am Fasching 2006, war unsere Teilnahme eigentlich als einmaliger Beitrag im Rahmen des Landtagswahlkampfes gedacht," so Besim Karadeniz, Mitinitator des ersten Umzuges und eigentlich Faschingsmuffel, "nun sind wir halt schon zum dritten Mal dabei." Das Motto des Fasnetsumzug scheint vermutlich die Hauptmotivation beizutragen: "Denn Tradition verpflichtet!"

In der Tat fühlen sich inzwischen fast zehn Genossen unterschiedlichen Alters verpflichtet, ihr Scherflein zur politischen Kultur - auch zu turbulenten Zeiten - beizutragen. "Im Fasching ist alles erlaubt, wir gehen da ran, wo es wehtut", sagt Florian Heine, Chef der Jusos in Pforzheim. War es im Jahr 2006 vornehmlich der Landtagskandidat der "Konkurrenz", der mit der so genannten "Reisepassaffäre" ins rote Fegefeuer kam, war es 2007 das Bauvorhaben des Umbaus der Kelterstraße, der den Unmut der Fasnetsgenossen geweckt hatte (und damit vielleicht auch den Gemeinderat mit überzeugt hat, der das Projekt einige Wochen später aus Kostengründen kippte). Dieses Jahr kommt freilich gleich die komplette konservative Vorstellung zu einer bestimmten Thematik unter die sarkastischen Räder. "Uns gehen die Themen nicht aus", lacht Celia Jung von den Jusos und schwingt die Säge. Verraten will jedoch keiner ein Sterbenswörtchen und dem Autor sind übelste Strafen angedroht, falls etwas nach außen sickert.

"Der Fasnetsumzug in Dillweißenstein ist Pflicht, da muss man dabei sein, wenn man mitreden will", sagt Bernd Klapper, stellvertretender Kreisvorsitzender der SPD Pforzheim, der bis zur ersten SPD-Teilnahme tatkräftig bei anderen Faschingsteams mitgearbeitet hat und ein "alter Hase" im Metier ist. "Seit dem die SPD und die Jusos aber selbst mit dabei sind, gibt es keine Alternative, da müssen die anderen ohne mich auskommen."

Bemerkenswert für alle ist, dass das Kernteam fast vollzählig jedes Jahr wieder neu antritt, um die Mission zu erfüllen. Das lässt auch gestandene Genossen und Gemeinderatsmitglieder wie Ellen Eberle und Ralf Fuhrmann nicht kalt, die ohne Diskussion das Projekt mittragen. Immerhin 100 Kilogramm unters Volk zu bringende Bonbons sind auch kein Pappenstiel, gehören aber zur Fasnet dazu. "Eigentlich bin ich früher nur wegen den Bonbons zur Fasnet, insofern kann ich die leuchtenden Augen der Kinder sehr gut verstehen und wir können auf diesem Weg auch etwas Handfestes zum Gelingen des Fasnetsumzuges beitragen", sagt Besim Karadeniz. "Beste Ware," fügt Lucas Leister von den Jusos hinzu, "bei uns wird nur mit dem Wagenmotto der Magen verdorben, nicht mit den Bonbons!"

Der traditionelle Fastnetsumzug in Dillweißenstein findet dieses Jahr schon am 5. Februar 2008 statt und beginnt pünktlich um 14:11 Uhr am Bahnhof Weißenstein mit dem ersten Böllerschuss aus der "Grausamen Barbara". Der Eintritt kostet 2,50 Euro und das damit erworbene "Bändle" dient gleichzeitig als Busticket zur An- und Abfahrt zum Faschingsumzug mit den Bussen der Verkehrsbetriebe.

Besim Karadeniz

 

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