Bürgermeister Hager im Gespräch mit dem Ortsverein Pforzheim Süd

Veröffentlicht am 19.10.2008 in Ortsverein

75% aller Hartz IV Bezieher in Pforzheim haben keine abgeschlossene Berufsausbildung, so der SPD-Sozialbürgermeister Gerd Hager vor Mitgliedern des Ortsvereins Süd, unter anderem mit Stadtrat Dr. Rösch und dem ehemaligen Stadtrat Manfred Bader.

Ohne Berufsausbildung sei heutzutage jedoch die Arbeitslosigkeit vorprogrammiert, denn von hundert gemeldeten freien Stellen entfalle nur noch eine einzige auf Personen ohne Ausbildung. Deshalb plädiert Hager statt passiver Transferleistungen für eine vom Staat finanzierte vollschulische Ausbildung in den Fällen, in denen das duale System nicht mehr greift, sowie für Kombilöhne bei Erwerbslosen über fünfzig, um diese wieder in Arbeit zu bringen.

Hager zeigte in seinem Vortrag auf, welche Maßnahmen die Stadt in den vergangenen Jahren in Sachen vorsorgende Sozialpolitik ergriffen hat. An den Pforzheimer Kindergärten werde eine flächendeckende Sprachförderung für Kinder ab drei Jahren betrieben, mit der die Defizite in bildungsfernen deutschen und Migrantenfamilien ausgeglichen werden sollten. Präventivklassen wie an der Inselschule förderten Kindergartenkinder mit motorischen oder sprachlichen Schwächen gezielt und sicherten so eine gemeinsame Basis vor Eintritt in die Grundschule. Durch inzwischen fünf Familienzentren in der Kernstadt sollen zusätzlich über Elternbildungsmaßnahmen vor allem auch die Mütter erreicht werden. Denn noch immer sei in der Kernstadt die Übergangsquote an die Hauptschule zu hoch. Auch Pforzheim insgesamt müsse den Anteil seiner Gymnasiasten mit jetzt 40% noch deutlich steigern. Vergleichbare Städte wie Ulm erreichten bereits 46%, die Universitätsstädte Heidelberg und Freiburg knapp 60%.

In Bezug auf die Hauptschule verspricht sich Hager positive Auswirkungen durch die Einführung der flächendeckenden Schulsozialarbeit. Hierdurch könnten problematische Schüler aufgefangen werden. Es müsse verhindert werden, dass sich Parallelwelten in Pforzheim bildeten, die sich von der deutschen Gesellschaft abkapselten. In diesem Zusammenhang lobte Hager die Zusammenarbeit mit den ausländischen Vereinen, bei denen das Bewusstsein der Notwendigkeit von Bildung durchaus vorhanden sei. Bei der Frage der Kinderbetreuung verwies der SPD-Bürgermeister auf gute Erfolge bei der Flexibilisierung im Angebot. Jede Familie könne inzwischen stundenweise Betreuung hinzubuchen, bei der Volksbank stünden ab Januar 2009 dreißig Kindertagesplätze zwischen 6.30h und 20.30h zur Verfügung. Bezüglich der Schließungszeiten im Sommer sei eine weitgehende Reduzierung auf drei Wochen bei fast allen KiTa-Trägern erreicht worden. Als einzigen Wermutstropfen nannte Hager die fehlenden Betriebskindergärten. Die Firmen scheuten die Ausgaben für die personelle und räumliche Ausstattung und die Anschubfinanzierung vom Bund reiche nicht aus. Viele Frauen müssten daher auf eine Berufstätigkeit verzichten. Angesichts des demographischen Wandels und einer Schrumpfung des Arbeitskräfteangebots um 40% bis 2040 könne man sich dies in Zukunft jedoch nicht mehr leisten.

Eva Frech

 

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